Enchanted Arms Review / Test
Als eines der ersten PS3 Spiele tauchte Enchanted Arms auf der Launchliste auf. Das japanische Werk ist schon aufgrund des grafischen Stils einwandfrei als solches identifizierbar. Und da japanische Games nicht immer den Gusto des europäischen Publikums trifft, ist schon mal Vorsicht geboten. Auf der Xbox 360 vermochte Enchanted Arms zwar respektable Wertungen einzukassieren, aber wir testen lieber zuerst, bevor wir grosse Worte schwingen. Mehr zum Spiel erfahrt ihr darum in unserem Review.
Erstaunlicherweise liefert der Entwickler From Software uns mit Enchanted Arms kein rasantes und grafikverliebtes Actionspiel ab, sondern ein taktisches Strategiespiel - und erst noch rundenbasiert. Nase rümpfen gilt aber nicht, denn hinter den schlechten Vorzeichen verbirgt sich ein spannendes, wenn auch manchmal schwächelndes Spiel.
Zeigen wirs den Golems
Die Hintergrundgeschichte wird in farbenfrohen und typisch japanischen Zwischensequenzen
erzählt. Als Besonderheit (gilt für das gesamte Spiel) sind übrigens nur die Untertitel in Deutsch, der Rest wurde in der Originalsprache belassen. Zudem dürfte uns Europäer der Erzählstil mit eingeblendeten Grossaufnahmen der Sprecher mit der Zeit stören, da wir dies einfach nicht gewohnt sind. Zur Handlung: Ihr übernehmt die Rolle von Atsuma, der zusammen mit zwei Freunden an einem Zauberfest teilnimmt. Unglücklicherweise mischen dort auch noch fiese Kräfte mit, so dass sich die Freunde schon bald mysteriösen Monstern gegenüber sehen. Unter dem “Bösen” versteht man in dieser Geschichte eine riesige Armee von Golems (mehr zum Begriff auf Wikipedia), die sich gegen ihre Schöpfer wenden. Und da einst gebautes und geliefertes Kriegsmaterial gerne mal in die falschen Hände gerät (die USA können davon auch ein Liedchen singen ;)), bekriegt man auch in Enchanted Arms Waffen, die man ursprünglich mal selber geschaffen hat. Doch genug zur Story - die spannenden und toll inszenierten Filmchen erzählen die Story besser als ich.
Ich, dann er, dann ich..
… so ungefähr läuft rundenbasiertes Spielen ab. In Enchanted Arms fressen nämlich
die (zufallsgenerierten) Kämpfe eine Menge an Zeit, so dass man sich entweder beim Angucken von Cutszenes oder beim Positionieren seiner Schachfiguren, pardon, Spielcharaktere vergnügt. Die sonstigen Reisen durch Dungeons und verschiedene Szenarien sind eigentlich kaum erwähnenswert.
Kämpfe laufen folgendermassen ab: Das Game zoomt auf ein Schlachtfeld mit 24 Feldern. Dort werden, in der Mitte getrennt, die beiden sich feindlich gesinnten Horden aufgestellt. Der Zufall entscheidet dabei, wer wo Platz findet. Danach geht es ans Eingemachte: Abwechslungsweise zieht ihr bzw. der Computer eine Figur auf den gewünschten Platz, startet eine Kampfaktion oder zaubert vor sich hin. Taktik spielt dabei eine grosse Rolle, denn je nach Angriff, verwendeter Figur und deren Attribute sowie Verteidigung geht es euch oder eurem Gegner an den Kragen.
Heute: Golems vs. Humans
Am Start sind bei den Gegnern nicht nur Golems, sondern auch jede Menge anderer Monster.
Über 100 Viecher wurden integriert (die PS3 Fassung hat noch 30 mehr als die Xbox 360), die je nach Fähigkeiten gänzlich anders attackiert werden müssen. Zum Glück ist der Schwierigkeitsgrad einigermassen moderat, so dass auch Anfänger problemlos eine Chance haben. Zudem ist auch die Steuerung herzlich einfach und verlangt kaum Einarbeitungszeit. Speichern darf man übrigens jederzeit.
EX Kräfte sorgen dafür, dass man bei Bedarf das ganze Spielfeld mit Magie und Feuer eindecken kann. Allerdings sind sie limitiert und verlangen deshalb einen taktischen Einsatz. Als Besonderheit der PS3 Version gibt es noch den Controller-Shake: Wer seinen SIXAXIS Controller schüttelt, kann die EX-Anzeige aufladen und hat so mehr Spezialattacken zur Verfügung. Leider steigt auch die Wahrscheinlichkeit, in Kämpfe verwickelt zu werden, und davon gibt es eh schon genug.
Moneten und Skills
Ähnlich einem Rollenspiel steigen mit der Zeit die Erfahrungspunkte und damit die Fähigkeiten eures Teams. Interessanterweise erhalten auch Figuren, die nicht direkt am Kampf beteiligt sind, Punkte - so könnt ihr sie jederzeit einwechseln, wenn es taktisch Sinn macht.
Mit eingesammeltem Geld kann man sich Ausrüstung kaufen, die natürlich ebenfalls Einfluss auf die Kämpfe hat.
Zwischen den Kämpfen wandert ihr von Ort zu Ort, quatscht mit NPCs (Multiple Choice Antworten) und erfahrt mehr über Land & Leute & Golems. Die Animationen kann man nur als superbe bezeichnen, wobei eben viele Konversationen fast etwas zu lange dauern.
Grafik auf PS3 Niveau…
Hm, hm. Enchanted Arms sieht sicher nicht schlecht aus, schafft aber auch keine Überraschung. Die Zaubereffekte und Landschaften sind zum Teil sehr hübsch, rechtfertigen aber keinen Cell
Prozessor oder HD Grafiken. Leider findet auch die Musik keinen grossen Anklang beim Testteam - Ohrenwürmer tönen anders und nerven vor allem nicht.
Interessant ist hingegen der Mehrspielermodus. Zwar dürfen dort nur zwei Kontrahenten gegeneinander antreten, dafür aber mit… Golems! Die Figuren aus dem Singlepayermodus könnt ihr also getrost zu Hause lassen, jetzt kommen die DIY-Viecher zum Zuge (im wahrsten Sinne des Wortes). Wer sich ob des tiefen Schwierigkeitsgrades ärgert, sollte also unbedingt online nach Gegnern suchen - dort findet jeder schnell seinen Meister.
Fazit
Argh. Ein Spiel wie Enchanted Arms ist schwierig zu bewerten. Technisch gibt es weder Plus- noch Minuspunkte - gehobener Durchschnitt, der nicht stört. Spielerisch wirkt das Game manchmal eintönig, schafft aber mit den Kämpfen und tollen Cutszenes viel Atmosphäre. Wer auf japanische Rollenspiele steht, sollte sich die “verzauberten Waffen” also unbedingt mal genauer ansehen. Alle anderen sind eingeladen, einen Blick zu riskieren, denn rundenbasiert bedeutet nicht automatisch = schlecht. Dass From Software hier trotzdem keinen Meistertitel abgeliefert hat, ist auch für die PS3 als Konsole eher schade.
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USK: ab 6 Jahren
PEGI: 12+
Multiplayer: 2 Spieler
Sprache: Anleitung D, Spiel E
Preis: CHF 99.-
Off.Website: www.enchantedarmsgame.com












1. Juli, 2008 um 11:30 pm
[...] sind ?brigens nur die Untertitel in Deutsch, der Rest wurde in der Originalsprache belassen. Enchanted Arms Review / Test auf PS3Welt.com - Das inoffizielle Sony PS3 Magazin Aber letztendlich bin ich auch verwirrt. Die einen sagen Nein es gibt kein deutschen Untertitel, [...]