Uncharted: Drake’s Fortune Review / Test
Auch wir haben geklagt. Und gejammert. Über die fehlenden Exklusivtitel für die PS3, wo doch das Game Lineup so wichtig ist, wie die nach wie vor starke PS2 beweist. Offenbar wurden wir erhört: Naughty Dog hat zusammen mit Sony ein Action-Adventure erschaffen, dass sich tatsächlich auch so nennen darf. In der Tradition von Lara Croft oder Indiana Jones geht es bei Uncharted: Drake’s Fortune auf zu alten Ruinen, gespickt mit feindlich gesonnenen Kreaturen und bösen Konkurrenten. Herausgekommen ist ein Meisterwerk der Spielbarkeit; eines jener Games, die konsolenlose Herren und Damen zum Kauf einer PS3 überreden könnten. Wieso das so ist, erfahrt ihr bei uns im Review.
Ein gutes Adventure lebt vor allem von seiner Story. Deshalb ist auch Uncharted auch mit einer genau solchen ausgestattet. Soviel sei verraten: Drake ist der Nachkomme des berühmt-berüchtigten Sir Francis Drake (mehr über die historische Person auf Wikipedia). Der Freibeuter und Weltumsegler hat der Legende nach sagenhafte Schätze erbeutet, die bis heute nicht alle gefunden wurden. Als Nachfahre des alten Haudegens wagt sich Drake zusammen mit einer charmanten Journalistin auf den Weg, den Schatz zu heben. Allerdings steht er mit seiner Idee nicht ganz alleine da, wie sich bald herausstellen wird…
Lara Croft mags ruhiger
Die Story wird in netten Zwischensequenzen erzählt, die einen gute bei Laune halten. Einen Preis hat auch dieser Background nicht verdient, aber die Charaktere werden genügend tief gezeichnet, dass man mitfühlt und sich jeweils auf den folgenden Gamepart
freut. Abgesehen von der Story sind die Parallelen zur bekannten Tomb Raider Franchise nicht zu übersehen. Das stört allerdings auch gar nicht, denn vom Gameplay her geht Uncharted doch in eine ganz andere Richtung. Zwar steuert ihr Drake auch aus der Third-Person-Perspektive und es wird auch entsprechend viel geklettert, gesprungen und gerätselt. Im Gegensatz zu Lara Crofts Abenteuern bestimmen jedoch in weitaus grösserem Masse Feuergefechte mit Widersachern den Inhalt. Hier erinnert das Game an den Xbox 360 Titel Gears of War. Um zu überleben, muss man aus der Deckung heraus feuern, hinter Kisten, Bäumen und Steinen Zuflucht finden und immer auf die Flanken achten. Die Gegner sind mit einer erstaulich guten Künstlichen Intelligenz ausgestattet und praktisch immer in der Übermacht. Drake ist aber nicht nur gut mit seinem Waffenarsenal; er gibt seinen Gegnern auch gerne mano a mano Saures. Das wird öfters nötig, denn auch Munition liegt bei Uncharted nicht in rauhen Mengen herum. Die intensiven Gefechte machen einen Heidenspass, werden aber im späteren Verlauf des Games fast etwas zuviel. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen.
Knarre eingesteckt und ab auf die Ruinen
Ist Drake gerade nicht mit Gegnerhorden beschäftigt, klettert er mit Vorliebe an Felsvorsprüngen entlang, springt über gähnende
Abgründe oder klettert steile Wände hoch. Die Steuerung ist dabei, genau wie übrigens bei den Shootersequenzen, gut gelungen und zeigt sich nicht von der pingeligen Seite. Im Gegenteil: Man ist tolerant, auch wenn der User vielleicht öfter mal den Absprung zu früh wählt. Was vielleicht etwas unrealistisch wirken mag, sorgt für anhaltenden Spielspass. Ebenfalls eher einfach sind die regelmässig auftauchenden Rätsel. Hier hätte man sich vielleicht etwas mehr innovative Herausforderungen gewünscht. Meistens geht es nur darum, diese Türe zu öffnen oder jenen Schalter zu finden. Findet man mal partout nicht weiter, so haben die Entwickler ein einfaches, aber effizientes Mittel eingebaut. Die Kamera zeigt nämlich dann automatisch auf die Stelle, wo der Weg weiter geht. Auch in Punkto Gesundheitssystem hat man sich auf Altbewährtes verlassen und bei Call of Duty kopiert. Wird man angeschossen bzw. sonst irgendwie verletzt, muss man sich nur ein paar Sekunden zurückziehen und wird dann automatisch geheilt.
Unterwegs im Dschungel
Ähnlich wie bei Tomb Raider ist auch Drake an diversen Plätzchen auf dieser Welt unterwegs. Langeweile kommt dabei
selten auf, den abgesehen von den abwechslungsreichen Ortschaften hat Entwickler Naughty Dog auch sonst viel für den anspruchsvollen User gemacht. Zwischen den standardmässigen Gameparts darf man auch mal mit einer Taschenlampe bewaffnet eine Höhle erkunden, sich hinter ein Maschinengewehr klemmen oder bis zu 60 versteckte Schätze heben. Allgemein wirkt Uncharted sehr motivierend und droht eigentlich nur bei den andauernden Gefechten manchmal etwas repetitiv zu werden. Übrigens: Wer sich Zeit nimmt und alle Schätze, Goodies und Boni holt, wird so einige Stunden am Spiel kleben bleiben. Wir haben das Game bis dato noch nicht komplett durchgespielt und sind bereits über 6 Stunden unterwegs. Ein toller Wert!
Faszinierende Technik mit kleinen Abstrichen
Drake bewegt sich während seiner Abenteuer durch eine schon fast märchenhaft schöne Landschaft. Diese ist nicht nur mit Widersachern belebt, sondern bietet auch eine lebendige Tierwelt und zum Teil atemberaubende Anblicke. Das Geschehen läuft dabei absolut Flüssig ab, wobei leider ab und zu etwas nachgeladen werden muss. Dabei haben einen die Entwickler zwar nicht zum warten verdammt, aber beim Nachladen der Texturen ist das natürlich trotzdem sichtbar. Nicht weiter tragisch, aber es trübt natürlich die ansonsten so perfekte Atmosphäre etwas.
Sehr überzeugend ist der Soundtrack sowie die Effekte. Sie unterstützen die Drammaturgie perfekt und schaffen ein extrem packendes Spielerlebnis. Musikalisch hält Uncharted locker mit teuren Kinoproduktionen mit und wird niemals nervig - im Gegenteil, man lauscht den Klängen immer wieder gerne.
Fazit
Willkommen im Abenteuerland. Uncharted: Drake’s Fortune bringt die sehnlichst erwartete Abwechslung auf Sony Playstation 3 zurück, und das fulminant. Es gibt zwar sowohl technisch als auch inhaltlich kleine Abstriche zu machen, alles in allem hat Naughty Dog hier aber ein sehr atmosphärisches Action-Adventure erschaffen, dass den Genre-Erfindern alle Ehre macht. Wir können Drakes Abenteuer deshalb jedem empfehlen, der mit actiongeladenen Spielen etwas am Hut hat.
| Steuerung | Intuitiv und im Notfall auch komplett individualisierbar |
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| Grafik | Flüssig, detailliert und mit geschmeidigen Animationen | ||
| Sound | Toll. Soundtrack wird mit der Zeit leicht repetitiv | ||
| Spielspass | Kino-Feeling und lineares Gameplay. Leider mit repetitiven Elementen, ansonsten top! | ||
| Sonstiges |
Gut ausgebauter Mehrspielermodus sowie Testversion von Syphon Filter: Combat Ops inklusive |
Genre: Action-Adventure
Entwickler: Naughty Dog
Publisher: Sony
USK: ab 16 Jahren
PEGI: 16+
Multiplayer: -
Sprache: D, F, I, E
Preis: 54.95 EUR /CHF 59.-
Off. Website: www.unchartedps3.com


