Regisseur X mag Spiel X - der Wahnsinn!
Der Filmregisseur Guillermo del Toro, der sich für besondere Machwerke wie z.B. Pan’s Labyrinth verantwortlich zeigte, ließ sich zu einer spielebezogenen, urteilenden Aussage hinreißen, in der er seine persönlichen Spiele-Favoriten aufzählt. Auf seiner bevorzugten Liste stehen solch populäre Namen wie Silent Hill, Resident Evil oder Devil May Cry. Schon wer solche Titel ohne länger zu grübeln aufzählen kann, den sollte man ungehindert als Spieler bezeichnen.
Doch wenn es um wahre Meisterwerke der Videospiel-Kunst geht, dann muss der Regisseur andere Kritierien walten lassen und greift auf zwei Spiele zurück, die im üppigen Aufgebot der Playstation 2 lichterloh aufglänzten: natürlich ist Shadow of the Colossus und ICO gemeint. Wie hätte es auch anders kommen können.
“There are only two games I consider masterpieces: Ico and Shadow of the Colossus.”
Dem kann man unzweifelhaft beipflichten. Aber eigentlich kann es uns pfurzegal sein, was welcher noch so talentierte Regisseur zu welchem Spiel zu sagen hat. Die Meldung über das Urteil von Guillermo del Toro geistert jetzt schon durch jeden Gamer-Blog und scheint auf viel Widerhall zu stoßen. Doch warum sind wir eigentlich so erpicht darauf, von in anderen Branchen arbeitenden Menschen positive Klänge zu Videospielen zu vernehmen? Ist das ein Zeichen dafür, dass die Gamer-Szene zu wenig freidenkerisch, freigeistig und selbstbezogen ist und sich gern gängeln lässt von anderen Medieninhabern? Warum freuen wir uns so darüber, wenn wir hören, dass jener A/B/C/D/E/F-Promi (der noch dazu in einem anders gelagerten, etablierten Kulturfeld ansässig ist) sich überdurchschnittlich für Games interessiert? Ja, wahrscheinlich würden dem republikanischen Präsidentschaftskandidat McCain allerlei Stimme zufliegen, wenn er sich als Games-Spezialist outen würde ( wahrscheinlich würde ihm dann aber im Gegenzug die konservative Klientel abhanden kommen)?
Was interessiert es uns, was der und der darüber denkt. Auch wir “normale” Gamer, also Spieler aus dem “kleinen, gewöhnlichen Volk”, haben die in eine besondere Kerbe einschlagende Klasse dieser beiden Ausnahmefälle registriert. Mir ist es egal, ob Steve Jobs ein Gamer ist oder nicht. Ja, selbst Gott könnte uns in einer an die ganze Menschheit adressierten Nachricht zukommen lassen, dass er persönlich jeden Tag drei Stunden Wii Fit absolviert und sich seitdem trotz aller Säkularisierung pudelwoh fühle. Was macht WiiFit nicht interessanter. Höchstens mainstreamiger.
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1 Kommentar zu diesem Artikel
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Simon
Ganz einfach: Wer hat nicht schon im Alltag neuen Bekanntschaften sein Hobby (=Games) näher bringen wollen - und ist dann auf ein versteinertes Lächeln und ein paar naive Fragen gestossen? Alle reden immer vom Massenmarkt, aber der Alltag da draussen sieht leider noch etwas anders aus. Und auch wenn immer mehr Leute ein Singstar zu hause jodeln oder sogar einen Bekannten mit einer Wii haben (”mit Bewegen und so, echt!”), so ist doch die breite Öffentlichkeit dem Thema Games gegenüber immer noch sehr unaufgeschlossen. Entsprechend toll findet man es dann, wenn sich ein zudem noch prominenter Regisseur elegant über Games (die richtigen, jihi) äussert. Und Pan’s Labyrinth ist, so ganz nebenbei, einer der besten Filme, die ich je gesehen habe ;)